Spielbericht

Verbandsliga

Samstag, 25.11.17, 14:30 Uhr

1. FC Normannia Gmünd – TSV Essingen 3:0 (2:0)

Der FC Normannia Gmünd besiegt den TSV Essingen im Derby mit 3:0 (2:0) – damit steht die Rangfolge unter den Ostalb-Vereinen über die Winterpause fest. Da steht ein Team auf dem Platz, das zu den treffsichersten der Liga gehört, und dann sagt dessen Trainer am Ende diesen Satz: „Wir haben es über 90 Minuten nicht geschafft, eine klare Torchance herauszuspielen.“ Dennis Hillebrand, der Coach des TSV Essingen, brachte das Ostalb-Derby seines Teams beim FC Normannia Gmünd auf den Punkt. Denn die Defensiv-Spezialisten aus Gmünd haben beim verdienten 3:0-Sieg die „Offensiv-Maschine“ TSV Essingen, wie sich FCN-Trainer Holger Traub ausgedrückt hatte, wirkungsvoll ausgebremst. Dabei starteten die Essinger gut ins Derby: Die TSV-Kicker hatten mehr Ballbesitz und gewannen zunächst viele Zweikämpfe auf dem engen Kunstrasen (der Schiedsrichter hatte kurz vor Anpfiff den nassen Rasenplatz im Stadion als Untergrund abgelehnt). Richtige Torchancen sahen die 250 Zuschauer allerdings keine in den ersten 20 Minuten. Und dann zeigte die Normannia, wie man auf Kunstrasen spielen muss: die wenigen Möglichkeiten, die sich bieten, eiskalt ausnutzen. Die Gmünder machten das per Doppelschlag. Das 1:0 leitet der ehemalige Essinger Dominik Pfeifer ein mit einem gefühlvoll gelupften Zuspiel im Sechzehner, das Fabian Kolb per Kopf verwertete (20.). Zwei Minuten später ein schneller Gmünder Spielzug auf Pfeifer, der im Strafraum von Fabian Dolderer gefoult wurde. Den fälligen Elfmeter verwandelte Andreas „Bobo“ Mayer sicher zum 2:0. „Die Gmünder haben noch nicht viel gemacht“, sagte ein Zuschauer aus Essingen – halb grummelnd, halb anerkennend. Nicht viel, aber das mit viel Effizienz. „Wir haben bis zum Sechzehner gut gespielt, aber dann den letzten Schritt nicht gemacht“, meinte Essingens Abteilungsleiter Siad Esber in der Halbzeit. Ein TSV-Spieler, der für den finalen Pass gut ist, war kurzfristig ausgefallen: Christian Essig fehlte wegen einer Muskelverletzung, die er sich im Abschlusstraining zugezogen hatte. Nach der Pause erhöhte Essingen das Risiko, drängte auf den Anschlusstreffer und kam zu einigen Tormöglichkeiten, aber die richtig zwingenden Chancen wussten die konzentriert weiterarbeitenden Normannen zu verhindern. Die besten Essinger Szenen: ein Schuss von Stani Bergheim aus kurzer Distanz, bei dem Marcel Funk noch den Fuß dazwischenstellte (76.). Und ein Zimmer-Kopfball, der knapp übers Tor ging (82.). Essingen hatte zwar mehr Ballbesitz, aber die Gmünder waren durch Konter gefährlicher, und kurz vor Schluss nochmal erfolgreich: Kolb legte präzise quer auf den freistehenden Bobo Mayer, und der zog ganz cool und überlegt ab – nicht hart, aber sehr platziert ins rechte Eck (87). Während die Sportfreunde Dorfmerkingen sich mit ihrem elften Saisonsieg im 15. Spiel die Herbstmeisterschaft sicherten, haben die Gmünder durch ihren Derbysieg die weitere Rangfolge unter den drei Lokalrivalen aus dem Kreis klargestellt. Vor dem kommenden März kann der TSV (21 Punkte) in der Tabelle nicht mehr am FCN (26) vorbeiziehen. Die Bilanz am Ende der Hinrunde und der Blick nach vorne fallen entsprechend unterschiedlich aus: Hier zufriedene Gmünder, dort Essinger, über deren Worten stets dieselbe Überschrift schwebte: Es muss besser werden. „Unser einziges Ziel ist es, in der Rückrunde mehr Punkte zu holen als in der Hinrunde“, sagte TSV-Trainer Hillebrand. FCN-Coach Traub konnte sich, im Vergleich dazu, einen Luxus leisten: auf die Euphoriebremse treten. Weiter reichenden Tabellenplatz-Fantasien angesicht von Platz vier erteilte er eine Absage. „Wir bleiben bodenständig. Unser Ziel ist es, uns nachhaltig zu entwickeln, dafür benötigen wir Zeit und Ruhe – und die Erfolge sorgen für diese Ruhe.“

TSV: Pless – Sedlmayer (46. Acioglu), Malitzke, Doppstädt, Dolderer (80. Wanner) – Biebl – Eisenbeiß, Bergheim, Zahner (74. Polanco), Werner (57. Wende) –

Tore: 1:0 Kolb (20.), 2:0 Mayer (FE, 20.), 3:0 Mayer (87.)

© Schwäbische Post 26.11.2017